Studien zur MBST-KernspinResonanzTherapie
Eine Übersicht über die veröffentlichte englischsprachige Fachliteratur — von den ersten klinischen Untersuchungen im Jahr 2000 über die großen Anwendungsbeobachtungen bis zu aktuellen Übersichtsarbeiten und zur Grundlagenforschung. Bewusst einschließlich der Studien, die keinen Vorteil gegenüber einer Scheinbehandlung zeigen konnten.
Zu Arthrose, Osteoporose und chronischen Rückenschmerzen liegen überwiegend positive, methodisch aber begrenzte Studien vor; die wenigen placebokontrollierten Untersuchungen fallen uneinheitlich aus — bei Fingerarthrose und chronischem Kreuzschmerz zugunsten der Therapie, bei Kniearthrose und beim Bandscheibenvorfall ohne nachweisbaren Vorteil gegenüber einer Scheinbehandlung.
Wie diese Übersicht zu lesen ist
Diese Seite fasst zusammen, was zur MBST-KernspinResonanzTherapie in englischsprachigen Fachzeitschriften und Kongressbeiträgen veröffentlicht wurde. Sie ist eine Literaturübersicht — kein Wirksamkeitsversprechen und keine Empfehlung für einen bestimmten Behandlungsfall.
Ich habe die Arbeiten mit ihren Stärken und ihren Schwächen aufgenommen, einschließlich der beiden kontrollierten Studien, die keinen Unterschied zur Scheinbehandlung fanden. Wer nur die günstigen Ergebnisse liest, bekommt ein falsches Bild.
An drei der hier genannten Arbeiten war ich als Autor oder als beteiligte Praxis selbst mitbeteiligt: Overbeck, Urban & Gerhardt (2003), Kullich, Overbeck & Spiegel (2013) und Krpan et al. (2015). Ein erheblicher Teil der Literatur stammt zudem aus dem Umfeld des Herstellers oder wurde in Zeitschriften veröffentlicht, die nicht in den großen medizinischen Datenbanken geführt werden. Beides sollte man bei der Bewertung mitdenken.
Die wissenschaftliche Wirksamkeit der MBST-KernspinResonanzTherapie wird in der Schulmedizin nicht für alle Anwendungsgebiete als hinreichend belegt angesehen; evidenzbasierte Studien liegen nicht für jeden Bereich vor. Die hier zusammengefassten Ergebnisse stellen keine Erfolgsgarantie dar. Die Therapie erfolgt ausschließlich nach individueller ärztlicher Diagnose und wird als privatärztliche Leistung bzw. Selbstzahlerleistung angeboten.
Das technische Prinzip
Die Therapie nutzt dasselbe physikalische Grundprinzip wie die Kernspintomographie (MRT), jedoch nicht zur Bildgebung. Energie wird über die Protonen der Wasserstoffkerne in das Gewebe eingebracht; da der menschliche Körper zu 70–80 % aus Wasser besteht, lässt sich die Resonanz gut in die Tiefe übertragen.
Die heutigen Geräte arbeiten nach Herstellerangaben mit Feldstärken um 0,4 Millitesla und Frequenzen von 14 bis 17 Kilohertz; die Übersichtsarbeiten nennen Werte zwischen 0,4 und 2,35 Millitesla bei 17 bis 100 Kilohertz. Feldstärke und Frequenz gehören zusammen: Kernspinresonanz entsteht nur, wenn die eingestrahlten Radiowellen exakt die sogenannte Larmorfrequenz der Wasserstoffprotonen treffen — und die ist der Stärke des Magnetfeldes direkt proportional, rund 42,6 Kilohertz je Millitesla. Das Magnetfeld selbst ist dabei mehrere tausendmal schwächer als das Hauptfeld eines diagnostischen MRT-Geräts. Von der verbreiteten Magnetfeldtherapie mit gepulsten elektromagnetischen Feldern (PEMF) unterscheidet sich das Verfahren durch die andere Feldstruktur und das zusätzliche Hochfrequenzfeld; die beiden Methoden werden in der Literatur häufig verwechselt.
Das Behandlungsschema ist über nahezu alle Studien hinweg gleich: eine Stunde pro Sitzung an fünf bis zehn aufeinanderfolgenden Tagen. Ob längere Sitzungen oder mehr Behandlungstage bessere Ergebnisse bringen würden, ist bislang nicht untersucht.
Übersichtsarbeiten
Drei unabhängige Arbeitsgruppen haben die Literatur systematisch gesichtet. Sie kommen zu einem ähnlichen Schluss: Die Ergebnisse deuten auf einen Nutzen hin, die Studienqualität reicht für einen belastbaren Nachweis aber nicht aus.
Schmidt, Debess & Møller (2021) — Scoping Review, Dänemark
Erschienen in Radiography (College of Radiographers / Elsevier). Aus 321 gefundenen Treffern blieben nach Prüfung sieben Studien mit Arthrose-Patienten übrig, veröffentlicht zwischen 2000 und 2016, mit 14 bis 4.500 Teilnehmenden. Sechs davon untersuchten das Kniegelenk. Ergebnis: „Über die Studien hinweg besteht Konsens, dass die Therapie einen positiven, fast immer signifikanten Effekt hat“ — auf Schmerz, Gelenkfunktion und Lebensqualität. Einschränkend nennen die Autoren das weitgehende Fehlen von Kontrollgruppen, die kleinen Fallzahlen und die fehlende Berücksichtigung von Störfaktoren wie begleitender Schmerzmedikation. Ihr Fazit: Es braucht robustere Forschung mit besserem Studiendesign.
Žnidarič, Kozinc & Škrinjar (2023) — Narrative Review, Slowenien
Erschienen im European Journal of Translational Myology. Die Arbeit betrachtet neben Arthrose auch Osteoporose, chronische Rückenschmerzen und die Zellversuche. Fazit der Autoren: Trotz fehlender prospektiver, langfristiger, doppelblinder und placebokontrollierter Studien sprechen die Zellbiologie und die klinische Erfahrung dafür, das Verfahren als Behandlungsoption zu akzeptieren. Zugleich benennen sie die Grenzen deutlich: überwiegend kleine, nicht randomisierte und nicht kontrollierte Studien, uneinheitliche Ein- und Ausschlusskriterien, kurze Nachbeobachtungszeiträume. Diese Arbeit enthält außerdem die ausführlichste Zusammenstellung der Gegenanzeigen (siehe Abschnitt 9).
Krysiak-Zielonka (2024) — Übersichtsarbeit, Polen
Erschienen in Ortopedia Traumatologia Rehabilitacja (englische Zusammenfassung). Die Arbeit ordnet die Therapie in die Verfahren zur Regeneration von Knochen- und Knorpelgewebe ein. Sie hebt hervor, dass das Verfahren an der Ursache und nicht nur an den Symptomen ansetzt, dass bis dato keine unerwünschten Wirkungen nachgewiesen wurden und dass es sich als Ergänzung zu herkömmlichen Behandlungen eignet.
Arthrose und Gelenkbeschwerden
Der größte Teil der klinischen Literatur betrifft die Arthrose, vor allem des Kniegelenks. Zwei der Studien sind doppelblind und placebokontrolliert — mit gegensätzlichem Ausgang.
| Studie | Untersuchte Gruppe | Aufbau | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Froböse et al. 2000, Deutschland |
14 Frauen mit Kniearthrose (Stadium II–III) | 9 × 1 Stunde; MRT-gestützte 3D-Vermessung des Knorpels vor der Therapie und 10 Wochen danach; ohne Kontrollgruppe | Mittlere Knorpeldicke an der Kniescheibe von 1,93 auf 2,24 mm (p < 0,001), Knorpelvolumen von 2.109 auf 2.459 mm³ (p < 0,001); am inneren Schienbeinkopf +13 % Volumen. Am Oberschenkelknochen war keine statistische Absicherung möglich. |
| Auerbach, Yacoub & Melzer 2003, Deutschland |
60 Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose, 59 ausgewertet | 5 × 1 Stunde; prospektiv über 1 Jahr mit Lequesne-Index, WOMAC, Lysholm-Score und Schmerzskala; ohne Kontrollgruppe | Nach Therapieende 6–14,5 % Verbesserung, nach 8 Wochen 18,6–27,2 %, nach 6 Monaten mit 32–40 % das Maximum, nach 1 Jahr noch 5,8–25 %. Keine Nebenwirkungen, kein Abbruch. |
| Fagerer & Kullich 2007, Österreich |
25 Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose | 5 × 1 Stunde; Schmerzskala und Lequesne-Index über 6 Monate; ohne Kontrollgruppe | Deutliche Besserung von Schmerz und Kniefunktion, die über 6 Monate anhielt; alle Veränderungen außer der Gehstrecke waren signifikant. |
| Kullich & Außerwinkler 2008, Österreich |
70 Patientinnen und Patienten mit Finger- und Handarthrose, 53–69 Jahre | Doppelblind, randomisiert, placebokontrolliert. 9 × 1 Stunde; Beobachtung über 6 Monate | Signifikante Verbesserung der Handfunktion (QUABA-Score) sowie von Schmerzstärke und -häufigkeit, die nach 6 Monaten noch bestand. In der Placebogruppe verschlechterten sich dieselben Werte. Posterpreis der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden 2008. |
| Levers, Staat & van Laack 2011, Deutschland |
39 Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose | Nachbefragung per Fragebogen bis zu 4 Jahre nach der Therapie; ohne Kontrollgruppe | Anhaltende Verbesserung von Schmerz und Alltagsaktivitäten, gegen Ende des vierjährigen Zeitraums mit leichter Schmerzzunahme. Der Effekt war bei älteren Patientinnen und Patienten deutlicher ausgeprägt; ein geschlechtsspezifischer Unterschied fand sich nicht. |
| Kullich, Overbeck & Spiegel 2013, Österreich/Deutschland |
über 4.500 Auswertungsbögen: Knie 2.770, Hüfte 673, Sprunggelenk 420, chronischer Kreuzschmerz 655 | Multizentrische Anwendungsbeobachtung über 10 Jahre; 9 × 1 Stunde; Messung vor der Therapie, nach 6–8 Wochen sowie nach 6 und 12 Monaten; ohne Kontrollgruppe | Der Schmerz war 6 Wochen nach der Behandlung bei allen vier Indikationen signifikant reduziert und blieb es bis 6 und 12 Monate. Die Verbesserung lag über alle drei Schmerzformen (Belastungs-, Bewegungs- und Ruheschmerz) im Mittel bei 21–50 %. Größte veröffentlichte Datensammlung zum Verfahren. |
| Göksen et al. 2016, Türkei |
97 Patientinnen und Patienten mit leichter bis mittlerer Kniearthrose (49 Behandlung / 48 Kontrolle) | Randomisierte kontrollierte Studie. 10 Behandlungstage × 1 Stunde; Schmerzskala, WOMAC, SF-36 sowie Ultraschall und MRT nach 12 Wochen | Beide Gruppen besserten sich signifikant — ohne signifikanten Unterschied zwischen ihnen. Auch in der Bildgebung zeigte sich kein Unterschied der Knorpeldicke. Hier wiedergegeben nach der Übersichtsarbeit von Schmidt et al. (2021). |
| Lim & Yoon 2020, Singapur |
111 asiatische Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose, 38–90 Jahre | 5–7 Sitzungen × 1 Stunde; WOMAC vor und nach der Behandlung, Nachbeobachtung 3–12 Monate; ohne Kontrollgruppe | Bei 89 von 111 (80,2 %) sank der WOMAC-Wert deutlich, bei 15 (13,5 %) blieb er gleich, bei 7 (6,3 %) verschlechterte er sich. Fazit der Autoren: sinnvolle ergänzende Behandlung, gut geeignet für ältere Menschen mit mehreren Begleiterkrankungen. |
Tabelle seitlich verschiebbar. p-Werte geben die statistische Absicherung an: p < 0,05 gilt als signifikant.
Osteoporose
Bei der Osteoporose wird nicht nur der Schmerz gemessen, sondern mit Knochendichtemessung und Laborwerten auch ein objektiver Befund. Alle hier genannten Arbeiten sind offene Studien ohne Kontrollgruppe.
| Studie | Untersuchte Gruppe | Aufbau | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Klapsch 2003, Österreich |
Patientinnen und Patienten mit Osteoporose | Prospektive Fallserie; Ganzkörperbehandlung, 10 × 1 Stunde | Bei über 60 % der Untersuchten stieg die Knochendichte um durchschnittlich 28 %. Die Schmerzstärke sank hochsignifikant, die Schmerzhäufigkeit deutlich. Der Autor fordert ausdrücklich kontrollierte Studien zur Bestätigung. |
| Overbeck, Urban & Gerhardt 2003, Deutschland |
27 Patientinnen und Patienten, mittleres Alter 65 Jahre; 21 mit vollständiger Messreihe | Vier Behandlungsstellen, darunter meine Praxis in Deggendorf. Ganzkörperbehandlung 10 × 1 Stunde; Knochendichte per Osteo-CT und DEXA vor der Therapie sowie nach 6 Wochen, 3 und 6 Monaten; tägliche Blut- und Urinwerte | Bereits nach der dritten bis fünften Sitzung deutliche Schmerzlinderung, die über 6 Monate anhielt; über 80 % berichteten über seltenere Schmerzattacken. Die Laborwerte blieben unverändert. Die Knochendichte nahm bei der Mehrzahl zu, einzelne Werte blieben gleich oder sanken. Keine Nebenwirkungen, kein Abbruch. |
| Handschuh & Melzer 2008, Deutschland |
54 behandelt, 41 nach 6 Monaten ausgewertet — davon 14 unter Langzeittherapie mit Bisphosphonaten oder SERM | Ganzkörperbehandlung 10 × 1 Stunde; Knochendichte per quantitativem CT der Lendenwirbelsäule vor und 6 Monate nach der Therapie; Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D3 | Die mittlere Knochendichte stieg von 97,5 auf 100,2 mg/ml (p < 0,05). Bei den 14 Patientinnen und Patienten unter Langzeit-Medikation zeigte sich kein signifikanter Anstieg. Lebensqualität und Funktionsscores besserten sich im Lauf der ersten sechs Monate signifikant, parallel zur Knochendichte. |
| Krpan, Stritzinger, Lukenda, Overbeck & Kullich 2015, Kroatien/Österreich/Deutschland |
103 Patientinnen und Patienten, 45–89 Jahre, T-Wert unter −2,5 | 10 × 1 Stunde; DEXA-Messung sowie die Knochenmarker Osteocalcin und Beta-CrossLaps vor der Therapie und nach 12 Monaten. Alle nahmen durchgehend Vitamin D3, keine weiteren Osteoporose-Medikamente | Signifikante Verbesserung des T-Werts an den Lendenwirbeln L1–L4, am Schenkelhals und im Ward-Dreieck; am Trochanter keine Veränderung. Osteocalcin — ein Marker für den Knochenaufbau — stieg um rund 55 % (p < 0,001), während der Abbaumarker Beta-CrossLaps unverändert blieb. Die Autoren beziffern den Dichtezuwachs auf bis zu 10 % in zwölf Monaten. |
| Krpan & Kullich 2017, Kroatien/Österreich |
450 Patientinnen und Patienten, mittleres Alter 68 Jahre, T-Wert unter −2,5 | Rückblickende Fallserie: ein Behandlungszyklus von 10 Tagen, Nachverfolgung der Knochenbrüche über 5 Jahre | Elf gut dokumentierte Fälle, in denen es nach schwerem Sturz zu einem großen Bluterguss an der Hüfte kam, ohne dass ein Bruch eintrat. Die Autoren werten dies als Hinweis auf ein möglicherweise verringertes Bruchrisiko — und betonen selbst, dass eine Fallserie keine prospektive, doppelblinde Studie ersetzt. |
Tabelle seitlich verschiebbar. Der T-Wert vergleicht die Knochendichte mit der eines gesunden jungen Erwachsenen; unter −2,5 spricht man von Osteoporose.
Rückenschmerzen und Bandscheibe
Zum Rücken liegen die beiden methodisch strengsten Untersuchungen überhaupt vor — beide doppelblind und placebokontrolliert, mit unterschiedlichem Ausgang.
| Studie | Untersuchte Gruppe | Aufbau | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Kullich, Schwann, Walcher & Machreich 2006, Österreich |
62 Rehabilitationspatientinnen und -patienten mit chronischem Kreuzschmerz, 18–71 Jahre | Doppelblind, randomisiert, placebokontrolliert. 1 Stunde an 5 aufeinanderfolgenden Tagen, zusätzlich zu einem standardisierten Physiotherapieprogramm; Messung vor der Therapie, nach 1 Woche und nach 3 Monaten | Der Schmerz ging in beiden Gruppen deutlich zurück. Der Roland-&-Morris-Behinderungsindex besserte sich in beiden Gruppen signifikant, in der MBST-Gruppe jedoch stärker: Nach drei Monaten war der Effekt nur in der MBST-Gruppe noch signifikant (p < 0,00001), in der Placebogruppe nicht. Am deutlichsten besserten sich Schlafprobleme, Erschöpfung, Bücken und die zum Anziehen benötigte Zeit. |
| Kullich et al. 2006, Österreich (zweite Arbeit) |
Rehabilitationspatientinnen und -patienten mit chronischem Kreuzschmerz | 9 × 1 Stunde ergänzend zu einem stationären Physiotherapieprogramm; kontrollierte Untersuchung über 12 Wochen | Anhaltende Besserung der Beschwerden über den gesamten Zeitraum von 12 Wochen. Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. |
| Kullich, Overbeck & Spiegel 2013 (Teilgruppe) |
655 Patientinnen und Patienten mit chronischem Kreuzschmerz | Teil der multizentrischen Anwendungsbeobachtung; 9 × 1 Stunde, Nachbeobachtung über 12 Monate; ohne Kontrollgruppe | Signifikante Schmerzreduktion ab der sechsten Woche, die über 6 und 12 Monate erhalten blieb. |
| Salfinger et al. 2015, Österreich |
94 Patientinnen und Patienten, 20–60 Jahre, mit MRT-gesichertem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule und Nervenwurzelreizung | Prospektiv, randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert. 7 Sitzungen (2,3 mT, 85 kHz) gegen 7 Scheinbehandlungen, beide zusätzlich zur üblichen nicht-operativen Therapie; Schmerzskala, SF-36, Roland-&-Morris-Index, Schmerzmittelverbrauch, Krankheitstage und MRT-Kontrolle | Überwiegend kein Vorteil. Beide Gruppen besserten sich signifikant. Nur in Woche 4 war die Behandlungsgruppe überlegen (Morgenschmerz p = 0,011, Abendschmerz p = 0,001); im MRT und in der Lebensqualität gab es keinen Gruppenunterschied. Immerhin: im dritten Monat hatte die Behandlungsgruppe signifikant weniger Krankheitstage (p = 0,026). Fazit der Autoren: Die Kriterien für einen klinisch bedeutsamen Unterschied wurden nicht erreicht, eine Einführung in die Regelbehandlung des Bandscheibenvorfalls erscheine verfrüht. |
Tabelle seitlich verschiebbar.
Grundlagenforschung
Parallel zu den klinischen Studien wurde im Labor untersucht, was in den Zellen tatsächlich geschieht. Diese Arbeiten erklären keine Behandlungserfolge — sie zeigen aber, dass die Felder auf zellulärer Ebene messbare Wirkungen haben.
- Temiz-Artmann et al. (2005) — menschliche Knorpel- und Knochenzellen in der Kultur: Die Behandlung beeinflusst weder den programmierten Zelltod noch die Überlebensfähigkeit der Zellen, führt aber tendenziell zu einer erhöhten Teilungsrate.
- Digel et al. (2007) — Hautfibroblasten: Nach Anwendung des Feldes nimmt die Quervernetzung des außerhalb der Zelle gebildeten Kollagens ab; zugleich ändert sich die Bildung von Eiweißen, die für Zellhaftung und Zellbewegung zuständig sind.
- Steinecker-Frohnwieser et al. (2014) — Knorpelzellen: Genchip- und Reporter-Analysen weisen auf eine Beteiligung des TGF-β- und des MAP-Kinase-Signalwegs hin; die entzündungsfördernden Botenstoffe MMP-13 und Interleukin-8 werden herunterreguliert.
- Steinecker-Frohnwieser et al. (2018), Clinical and Experimental Rheumatology — unter künstlich erzeugten Entzündungsbedingungen kehrt die Behandlung den durch Interleukin-1β ausgelösten Anstieg des Entzündungsschalters NF-κB und den Abfall des Zellenergieträgers ATP um. Die Autoren sehen darin einen möglichen Mechanismus, wie Knorpelzellen stabilisiert und der Knorpelabbau verzögert werden könnten.
- Steinecker-Frohnwieser et al. (2021), International Journal of Molecular Sciences — die Behandlung verändert das Muster der microRNA in menschlichen Knorpelzellen von Arthrose-Patienten und wirkt der Entzündung entgegen.
- Mann et al. (2022), Frontiers in Cellular Neuroscience — Nervenzellen der Spinalganglien in der Kultur regenerieren nach der Behandlung schneller: höhere Zellüberlebensrate, ausgeprägteres Nervenfasernetz, weiter fortgeschrittene Ausreifung.
- Thöni, Oliva, Mauracher & Egg (2021), Chronobiology International, und Thöni et al. (2022), iScience — die Felder greifen in die innere Uhr der Zelle und in den Sauerstoffmangel-Signalweg (HIF-1α) ein und senken dauerhaft die Zuckerverbrennung der Zelle. Die Autoren führen dies auf einen quantenphysikalischen Mechanismus zurück und sehen darin einen Ansatzpunkt für Erkrankungen mit Durchblutungsmangel.
Was die Studien nicht zeigen
Dieser Abschnitt gehört zu einer ehrlichen Übersicht dazu. Die folgenden Punkte sind die wesentlichen Einwände gegen die vorliegende Studienlage — sie stammen überwiegend aus den Übersichtsarbeiten selbst.
- Nur vier kontrollierte Studien. Die große Mehrheit der Arbeiten hat keine Kontrollgruppe. Ohne Kontrollgruppe lässt sich nicht trennen, was die Behandlung bewirkt und was der natürliche Verlauf, die Begleittherapie oder die Erwartung.
- Die kontrollierten Studien widersprechen sich. Bei Fingerarthrose (Kullich 2008) und chronischem Kreuzschmerz (Kullich 2006) fiel das Ergebnis zugunsten der Therapie aus, bei Kniearthrose (Göksen 2016) und Bandscheibenvorfall (Salfinger 2015) nicht.
- Kleine Fallzahlen. Außerhalb der großen Anwendungsbeobachtung liegen die Teilnehmerzahlen zwischen 14 und 111.
- Der bildgebende Nachweis ist strittig. Froböse (2000) fand einen messbaren Knorpelzuwachs, Göksen (2016) fand in Ultraschall und MRT keinen. Schmidt et al. führen das auf die unterschiedlichen Messverfahren zurück — belegt ist es nicht.
- Keine Aussage zu Operationen. Es gibt keine Studie, die zeigt, dass sich ein Gelenkersatz durch die Therapie vermeiden oder hinauszögern lässt.
- Begrenzte Nachbeobachtung. Meist endet die Beobachtung nach 6 oder 12 Monaten. Nur Levers et al. (2011) reichen mit einer Nachbefragung über vier Jahre.
- Fragen zur Unabhängigkeit. Ein erheblicher Teil der Arbeiten stammt aus dem Umfeld des Herstellers oder erschien in Zeitschriften, die nicht in den großen medizinischen Datenbanken geführt werden. Schmidt et al. weisen darauf hin, dass mehrere Studien erst über Handrecherche und nicht über die Datenbanksuche auffindbar waren.
- Störfaktoren meist nicht berücksichtigt. Nur eine einzige Studie hat die begleitende Schmerzmedikation kontrolliert.
Die Therapie ist keine gesicherte Standardbehandlung, und sie ist keine Alternative zu einer notwendigen Operation oder zu einer wirksamen Osteoporose-Medikation. Sie ist eine nebenwirkungsarme, nicht-invasive Option, für die Hinweise auf einen Nutzen vorliegen — mehr, aber auch nicht weniger. Genau so bespreche ich sie mit Ihnen, bevor wir gemeinsam entscheiden.
Verträglichkeit und Gegenanzeigen
In den Studien, die Nebenwirkungen ausdrücklich erfasst haben, wurden keine berichtet. Auerbach et al. (2003) und Overbeck et al. (2003) verzeichneten weder Nebenwirkungen noch Behandlungsabbrüche; auch die kontrollierte Untersuchung von Kullich et al. (2006) beobachtete keine. Krysiak-Zielonka (2024) hält fest, dass bis dato keine unerwünschten Wirkungen nachgewiesen wurden.
Trotzdem ist das Verfahren nicht für jeden geeignet. Žnidarič et al. (2023) fassen die Gegenanzeigen so zusammen:
- Nicht anwenden bei implantierten Infusions-, Schmerz- oder Insulinpumpen sowie bei Cochlea-Implantaten und anderen Neurostimulatoren im Behandlungsfeld.
- Herzschrittmacher und Defibrillatoren: Moderne, ausdrücklich magnetfeldfeste Systeme erlauben die Behandlung in der Regel — erforderlich ist die Bestätigung der MRT-Tauglichkeit durch den Hersteller des Implantats. Ohne diese Bestätigung besteht das Risiko einer Schädigung des Implantats.
- Ferromagnetische Fremdkörper wie Metallsplitter oder Gefäßclips im Behandlungsfeld schließen die Anwendung aus. Bei Herzklappenprothesen entscheidet der Typ.
- Schwangerschaft: keine Anwendung, da die Wirkung in der Schwangerschaft nicht ausreichend untersucht ist.
- Fachärztliche Rücksprache zwingend bei Tumoren im Behandlungsbereich, Leukämie, HIV-Infektion, bakterieller Infektion oder aktivem rheumatischem Schub. Eine Behandlung kann nach Abwägung von Nutzen und Risiko dennoch möglich sein, etwa wenn die Vorerkrankung außerhalb des Behandlungsbereichs liegt.
- Die Therapie beeinträchtigt nicht die Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Wechselwirkungen mit anderen Behandlungen sind bislang nicht bekannt.
Ob eine Behandlung für Sie in Frage kommt, kläre ich vor der ersten Sitzung im Gespräch und anhand Ihrer Unterlagen — einschließlich aller Implantate, Vorerkrankungen und Medikamente.
Quellenverzeichnis
Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus den folgenden englischsprachigen Originalarbeiten. Die Reihenfolge folgt den Abschnitten oben.
Übersichtsarbeiten
- Schmidt JK, Debess JE, Møller L. Magnetic resonance therapy in the treatment of osteoarthritis: A scoping review. Radiography, 2021.
- Žnidarič M, Kozinc Ž, Škrinjar D. Potential of molecular biophysical stimulation therapy in chronic musculoskeletal disorders: a narrative review. European Journal of Translational Myology 33(4):11894, 2023.
- Krysiak-Zielonka I. Regeneration of Bone and Cartilage Tissue — New Treatment and Rehabilitation Strategy. Ortopedia Traumatologia Rehabilitacja 26(5–6):225–232, 2024.
Arthrose und Gelenkbeschwerden
- Froböse I, Eckey U, Reiser M, Glaser C, Engelmeier F, Assheuer J, Breitgraf G. Evaluation of the effectiveness of three-dimensional pulsating electromagnetic fields of the MultiBioSignal Therapy (MBST) on the regeneration of cartilage structures. Orthopädische Praxis 36(8):510–515, 2000.
- Auerbach B, Yacoub A, Melzer C. Prospective Study over a period of 1 Year in respect to the effectiveness of the MBST NuclearMagneticResonanceTherapy as used during the conservative therapy of Gonarthrosis. Vorgetragen auf dem 1. Gemeinsamen Kongress für Orthopädische Medizin und Unfallchirurgie, Berlin 2005.
- Fagerer M, Kullich W. Nuclear magnetic resonance as a new treatment option for osteoarthritis of the knee. Arzt und Praxis, 2007.
- Kullich W, Außerwinkler M. Functional improvement in finger joint osteoarthritis with therapeutic use of nuclear magnetic resonance. Ludwig-Boltzmann-Institut, 2008. Posterpreis der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden, Baden-Baden 2008.
- Levers A, Staat M, van Laack W. MBST Nuclear Magnetic Resonance Therapy on Gonarthrosis. Orthopädische Praxis 47(11):521–528, 2011.
- Kullich W, Overbeck J, Spiegel HU. One-year-survey with multicenter data of more than 4,500 patients with degenerative rheumatic diseases treated with therapeutic nuclear magnetic resonance. Journal of Back and Musculoskeletal Rehabilitation 26:93–104, 2013.
- Göksen et al., Türkei 2016 — hier wiedergegeben nach Schmidt et al. (2021).
- Lim EH, Yoon KH. Clinical Utility of Molecular Biophysical Stimulation Magnetic Resonance Therapy As A Novel Treatment of Symptomatic Knee Osteoarthritis in 111 Asian Patients: An Initial Experience. El Shaddai Arthritis & Rheumatism Specialist Medical Centre, Singapur, 2020.
Osteoporose
- Klapsch W. Prospective case study of the active principle of MBST Nuclear Magnetic Resonance Therapy as a possible whole-body osteoporosis treatment without medication. 2003.
- Overbeck J, Urban, Gerhardt G. Scientific Evaluation of the Effectiveness of whole-body MBST NuclearMagneticResonanceTherapy for treatment of Osteoporosis. 2003.
- Handschuh T, Melzer C. The treatment of osteoporosis with MBST Magnetic Resonance Therapy. Orthodoc, Ausgabe 05/2008.
- Krpan D, Stritzinger B, Lukenda I, Overbeck J, Kullich W. Non-pharmacological treatment of osteoporosis with Nuclear Magnetic Resonance Therapy. Periodicum Biologorum 117(1):161–165, 2015.
- Krpan D, Kullich W. Nuclear magnetic resonance therapy (MBST) in the treatment of osteoporosis. Case report study. Clinical Cases in Mineral and Bone Metabolism 14(2):235–238, 2017.
Rückenschmerzen und Bandscheibe
- Kullich W, Schwann H, Walcher J, Machreich K. The effect of MBST-NuclearResonanceTherapy with a complex 3-dimensional electromagnetic nuclear resonance field on patients with Low Back Pain. Journal of Back and Musculoskeletal Rehabilitation 19:79–87, 2006.
- Kullich W, Schwann H, Machreich K, Außerwinkler M. Additional outcome improvement in the rehabilitation of chronic low back pain after nuclear resonance therapy. Rheumatologia 1:7–12, 2006.
- Salfinger H, Salomonowitz G, Friedrich KM, Hahne J, Holzapfel J, Friedrich M. Nuclear magnetic resonance therapy in lumbar disc herniation with lumbar radicular syndrome. European Spine Journal 24:1296–1308, 2015.
Grundlagenforschung
- Temiz-Artmann A et al. Effects of nuclear magnetic resonance on cell growth rate, apoptosis and life span of human chondrocytes and osteoblasts in vitro. Methods and Findings in Experimental and Clinical Pharmacology 27:1–4, 2005.
- Digel I, Kurulgan E, Linder P et al. Decrease in extracellular collagen crosslinking after NMR magnetic field application in skin fibroblasts. Medical & Biological Engineering & Computing 45:91–97, 2007.
- Steinecker-Frohnwieser B, Weigl L, Weberhofer G, Kullich W, Kress HG. The Influence of Nuclear Magnetic Resonance Therapy (NMRT) and Interleukin IL1-β Stimulation on Cal 78 Chondrosarcoma Cells and C28/I2 Chondrocytes. Journal of Orthopedics & Rheumatology 1(3):9, 2014.
- Steinecker-Frohnwieser B, Kullich W, Mann A, Kress HG, Weigl L. The therapeutic nuclear magnetic resonance changes the balance in intracellular calcium and reduces the interleukin-1β induced increase of NF-κB activity in chondrocytes. Clinical and Experimental Rheumatology 36:294–301, 2018.
- Steinecker-Frohnwieser B, Lohberger B, Eck N et al. Nuclear Magnetic Resonance Therapy Modulates the miRNA Profile in Human Primary OA Chondrocytes and Antagonizes Inflammation in Tc28/2a Cells. International Journal of Molecular Sciences 22:5959, 2021.
- Mann A, Steinecker-Frohnwieser B, Naghilou A et al. Nuclear Magnetic Resonance Treatment Accelerates the Regeneration of Dorsal Root Ganglion Neurons in vitro. Frontiers in Cellular Neuroscience 16:859545, 2022.
- Thöni V, Oliva R, Mauracher D, Egg M. Therapeutic Nuclear Magnetic Resonance affects the core clock mechanism and associated Hypoxia-inducible factor-1. Chronobiology International, 2021.
- Thöni V, Mauracher D, Ramalingam A, Fiechtner B, Sandbichler AM, Egg M. Quantum based effects of therapeutic nuclear magnetic resonance persistently reduce glycolysis. iScience 25:105536, 2022.
Zusammengestellt aus den englischsprachigen Originalarbeiten. Stand: Juli 2026. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Alle Inhalte liegen auf dem Server dieser Website; es werden keine Daten von fremden Anbietern nachgeladen.